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Berliner Unterwelten

Stadtgeschichte im Untergrund

Berlin ist über 750 Jahre alt und die Zeit hat ihre Spuren in der Stadt hinterlassen.
Bekannte Bauwerke, wie das Brandenburger Tor, der Fernsehturm und die Reste der Berliner Mauer ziehen jedes Jahr Tausende Besucher an.
Doch die Geschichte Berlins spielt sich nicht nur oberirdisch ab. Auch unter den Straßen Berlins liegt Geschichte. Gerade das 20. Jahrhundert hat mit zwei Kriegen und der Angst vor einem dritten tiefe Gruben in der Berliner Unterwelt hinterlassen.
Der Berliner Unterwelten e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Tiefen Berlins zu erkunden. In zumeist ehrenamtlicher Arbeit erschließt der Verein auf eigene Kosten die Welt unter der Stadt, um diesen Teil der Geschichte zugänglich zu machen und für die Nachwelt zu schützen.

Zudem setzt sich der Verein mit der schwierigen Frage der Kriegsbauwerke und des Denkmalschutzes auseinander. Neben immer neuen Projekten bietet der Verein verschiedene Ausstellungen und geführte Touren durch die bereits wiederentdecken Berliner Unterwelten an. In zwölf verschiedenen Entdeckungsreisen wird einem die Geschichte der Stadt Berlin aus einer völlig neuen Perspektive gezeigt.
Von der ersten Nutzung des Berliner Untergrunds über zwei Kriege und deren Auswirkungen für die Stadt im Dunkeln bis hin zu den unterirdischen Fluchtversuchen aus der DDR bringt der Berliner Unterwelten e.V. die Gefühle einer vergangene Zeit in manchmal beklemmender Weise wieder ans Licht.


U-Bahnhof Gesundbrunnen Berliner Unterwelten
Flakturm Humboldthain Berliner Unterwelten

Geführte Touren des Berliner Unterwelten e.V.

Im Folgenden stellen wir Ihnen eine Auswahl von Führungen der Berliner Unterwelten vor: Die ersten Vorstöße in den moorigen Grund Berlins wagten Mitte des 19. Jahrhunderts die Brauereien der Gegend.
In Bezirken, die über einen niedrigen Grundwasserspiegel verfügten, entstanden so bis zu 20 Meter tiefe Kellergewölbe zur Herstellung und Lagerung von untergärigen Bieren. Nur noch wenige der meist im Prenzlauer Berg, Neukölln und

Kreuzberg angesiedelten Brauereien sind heute noch erhalten und können besichtigt werden (Tour K).
Auch die Wasserversorgung Berlins hat ihre Wurzeln unter der Erde. In einem der Schöpfmaschinenhäuser des Alten Wasserwerks Friedrichshagen lassen sich die Original-Maschinen bestaunen, die zur Wasseraufbereitung aus dem Müggelsee genutzt wurden und einen Blick in die unterirdische Maschinenhalle werfen (Tour W).


Fichtebunker Kreuzberg Berliner Unterwelten
Schwerbelastungskörper Mythos Germania Berliner Unterwelten

Krieg im Untergrund

Im Verlauf des Zweiten Weltkriegs bekam die Berliner Unterwelt schnell eine ganz neue Bedeutung.
Nicht mehr als Wirtschafts- oder Infrastrukturstandort war der Boden interessant, sondern als Platz für Bunker und Luftschutzräume. In ganz Berlin entstanden im Untergrund Bunkeranalagen, die die Menschen im Fall eines Luftangriffs schützen sollten.
Zwei Mutter-Kind-Bunker und ein provisorischer Luftschutzraum waren direkt am U-Bahnhof Gesundbrunnen zu finden. Die Mutter-Kind-Bunker wurden durch mehrere Sprengungen 1947/48 zerstört und vermauert. Der provisorische Luftschutzraum ist jedoch von Bomben und Zerstörung verschont geblieben und kann heute besichtigt werden.
Hinter einer unscheinbaren Tür im U-Bahnhof Gesundbrunnen betritt man eine andere Welt, in der das ständige Gefühl von Beklemmung und Angst in der Luft lag – kein Wunder, da der provisorische Luftschutzbunker im Falle eines Bombentreffers nicht standgehalten hätte. Hier kann der Besucher noch heute erfahren, was es heißt, bei Sirenenlärm unterirdisch eingeschlossen zu sein (Tour 1). Doch nicht nur das Luftschutzlabyrinth im Gesundbrunnen wurde von dem Berliner Unterwelten e.V. für Besucher zugänglich gemacht.
Auch der Fichtebunker gewährt besondere Einblicke in die Geschichte Berlins, die nicht immer für schwache Gemüter geeignet sind.
Das bis zur NS-Zeit als Gasometer genutzte Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg zum Mutter-Kind-

Bunker umgebaut und sollte 6.500 Menschen Schutz bieten.
Zu den Hochzeiten des Krieges, als es in Berlin Bomben hagelte, drängten sich im „Bunker der Hoffnungslosen“ bis zu 30.000 Menschen – beinahe fünfmal mehr als geplant. Nach Kriegsende wurde der Bunker durch die Rote Armee besetzt und erfuhr in den nächsten Jahren eine bewegte Geschichte als Lager für Flüchtlinge und Ausgebombte, als Altenheim, Gefängnis, Obdachlosenasyl und als Lebensmittellager (Tour F).
Neben den Bunkern für die Zivilbevölkerung gab es auch Operationsbunker unterhalb vieler Krankenhäuser. Hier wurden auch während Bombenangriffen Notfalloperationen durchgeführt. Die Original-Bedingungen für Ärzte und Patienten, sowie die Ausstattung kann man sich noch heute dank der Initiative des Berliner Unterwelten e.V. im Humboldt-Krankenhaus ansehen (Tour O). Bis auf diesen ist heute aufgrund von Umnutzung und Zerstörung kein Operationsbunker in Berlin erhalten.
Die Kriegsgeschichte der Hauptstadt ist gerade für Kinder ein schwer zu begreifendes Thema, das für Erwachsene mitunter schwer zu vermitteln ist.
Daher hat es sich der Berliner Unterwelten e.V. zur Aufgabe gemacht, auch Kindern die Geschichte und die Bedeutung der Berliner Bunker näher zu bringen ohne zu verharmlosen oder Angst zu machen. In Touren durch den Fichtebunker für Kinder zwischen fünf und zehn Jahren erfahren die Teilnehmer alles über den Alltag ihrer Altersgenossen vor 70 Jahren (Tour F/K).


Wehrturm Humboldthain Berliner Unterwelten
Unterweltentour U-Bahn Gesundbrunnen

Gebäudewahn im Krieg

Neben den unterirdischen Schutzräumen wurde im Dritten Reich auch stets überirdisch gebaut. Berlin sollte die neue Reichshauptstadt „Germania“ werden und deshalb entsprechende Prachtbauten im strengen und militärischen Stil der NS-Zeit erhalten.
Das Problem, vor das Berlin die Architekten dabei stellte, war der Untergrund. Ganz Berlin steht auf dem sehr sandigen und nachgiebigen Untergrund eines Moores.
Die Aufgabe, auf dieser Basis die gewaltigen Projekte der Reichsführung zu realisieren, führte zum Bau der Schwerbelastungskörper im 1:1 Maßstab.
Dieser sollte die Stabilität des Erdreichs austesten. Noch heute ist der Körper an der Dudenstraße zu sehen und steht als Zeichen der nationalsozialistischen Stadtplanung unter Denkmalschutz.
Der Schwerbelastungskörper gibt eine grobe Vorstellung davon, was Berlin unter der NS-Stadtneuplanung bevor gestanden hätte. Vertiefend wird in der Tour S das unmenschliche Vorhaben der Neugestaltungsplanung, das auf Sklavenarbeit und Verdrängung der Bevölkerung beruht hätte, verdeutlicht. Aber der Ausbau von „Germania“ musste ab 1939 als „nicht kriegswichtig“ zurückgestellt werden.

Vorrang hatte der Bau von Bunkeranlagen und Wehrtürmen, darunter auch die Flaktürme am Humboldthain, die das Abschießen feindlicher Bombern zum Ziel hatten und außerdem Bunker beherbergten. In der Nachkriegszeit wurden die Flaktürme von den Alliierten gesprengt. Übrig blieb nur die Nordseite des Turms, der zu nah an den wichtigen Verkehrsgleisen der Eisenbahn lag, um gesprengt zu werden. In der Tour 2 kann das Innere der Flakturmruine besichtigt werden – ein Rundgang für schwindelfreie Abenteurer.
Im Zweiten Weltkrieg wurden weite Teile der Berliner Innenstadt in Trümmer und Schutt verwandelt. Diese wurden nach Kriegsende zu gewaltigen Trümmerbergen aufgeschüttet.
Zwei dieser Trümmerhaufen türmen sich an den Flakturmruinen am Humboldthain. Wo überirdisch aufgrund üppiger Parkvegetation nichts mehr vom Schutt zu sehen ist, erstrecken sich unter der Haut von Berlin labyrinthische Hohlräume aus Schutt und Bunkerresten (Tour HS).
Auch ins zerstörte Innere der Flaktürme führt der Berliner Unterwelten e.V. sportliche Geschichtsfreunde in der Tour E. Hier erwarten die Besucher einzigartige Einblicke, die erschrecken und berühren.


Modell Mythos Germania Berliner Unterwelten
Modell Germania Berliner Unterwelten

Nachkriegszeit unter der Erde

Auch nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs lebte die Bevölkerung Berlins weiterhin in Angst. Ein weiterer Krieg schien mit dem Kalten Krieg vor der Tür zu stehen und versprach noch schlimmer zu werden als die vorangegangen.
Die Angst und die erschütternden Erfahrungen aus dem Zweiten Weltkrieg mit mangelhaften Luftschutzräumen, die nur knapp 25% der Bevölkerung Berlins Platz geboten und daher viele Tote zur Folge hatten, bewogen dazu, besser gesicherte Bunker zu bauen, die den Schutz und teilweise auch die wochenlange Versorgung der Bevölkerung zum Ziel hatten.
Ein Rundgang in diesen neuen Bunkeranlagen zeigt jedoch schnell, dass das Ausbleiben eines dritten Krieges viele Menschen vor schrecklichen Zeiten unter der Erde bewahrt hat (Tour 3). Heute werden die prophylaktischen Bunker als Garagen, U-Bahnhöfe und Lagerräume genutzt.

Mit Kriegsende war für die Ost-Berliner die schwere Zeit noch nicht vorbei.
Gerade 1961 spitzte sich die Lage mit dem Bau der Mauer zu, die Familien und Freunde trennte und so in den folgenden Jahren zu vielfachen Fluchtversuchen und Todesfällen führte.
Diese Entwicklung spiegelt sich auch im Untergrund wieder. Besonders ambitionierte Fluchtpläne führten durch den Untergrund unter der Mauer hindurch.
In den 41 Jahren der DDR-Geschichte gab es über 70 angefangene Fluchttunnel, von denen 19 erfolgreich waren und immerhin 300 Flüchtlingen in den Westen verhalfen. Die Tunnelprojekte waren ein ständiges Versteckspiel mit der Geheimpolizei der DDR und von der Angst vor Verrat geprägt.
Die unterirdischen Fluchtpläne und die spektakulärsten und erfolgreichsten Tunnel können heute mit dem Berliner Unterwelten e.V. in der Tour M erkundet werden.

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